Wirksamer mit Spannungen und Krisen in der therapeutischen Beziehung umgehen


  • Datum

  • Uhrzeit

    Uhr
  • Kategorie

    Vortrag
  • ReferentIn

    Prof. Dr. Antje Gumz

    Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Professorin für Psychotherapie an der Psychologische Hochschule Berlin, Oberärztin am Institut und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf


Spannungen und Krisen in der therapeutischen Beziehung sind häufig. Sie sind sowohl Risiko als auch Chance für den Therapieerfolg. Studien zeigten, dass derartige Krisen mit negativen Verläufen und Therapieabbrüchen in Verbindung stehen. Insofern ist ein gelingender Umgang mit ihnen besonders wichtig. Wie Forschungen zeigten, erkennen Psychotherapeuten Spannungen in der Beziehung jedoch häufig nicht oder es gelingt ihnen nicht immer, konstruktiv mit negativen Patientenreaktionen umzugehen.

Die Sensibilisierung für Spannungen und Krisen in der therapeutischen Beziehung und geeignete Interventionstechniken für einen konstruktiven Umgang mit ihnen stehen im Zentrum der Brief Relational Therapy (BRT, Safran & Muran 2000). Auf einer psychodynamisch-relationalen Grundlage stellt das Verfahren die gemeinsame metakommunikative Exploration der Hier-und-Jetzt-Beziehung zwischen Patient und Therapeut in den Mittelpunkt. Im Vortrag wird dargestellt, wie mit dem zur BRT gehörigen Trainingsverfahren für Psychotherapeuten (Alliance Focused Training, Eubanks-Carter et al. 2015) therapeutische Fähigkeiten im Umgang mit Spannungen und Krisen systematisch geschult werden. Dabei geht es zunächst um das erfolgreiche Erkennen von Krisen. Im Vortrag wird hierzu auf häufige Anzeichen von Krisen (sogenannte rupture marker) und die Bedeutung einer achtsamen Selbstwahrnehmung auf Seiten von Psychotherapeuten eingegangen. Des Weiteren geht es um den konstruktiven Umgang mit Krisen. Hierzu werden Grundhaltungen und Handlungsempfehlungen der BRT zur Affektregulation und Beziehungskompetenz vorgestellt.

Methoden

Zur Veranschaulichung der Inhalte werden klinische Erfahrungen und Beispiele (Videoausschnitte) aus einer aktuell laufenden Pilotstudie vorgestellt, in welcher die Durchführbarkeit und Akzeptanz des für den deutschen Sprachraum adaptierten Therapie- und Trainingsverfahrens an einer Stichprobe depressiver Patienten überprüft wird.

Ziel

Der Vortrag hat zum Ziel, wichtige schulenübergreifende Einsichten in notwendige Kompetenzen für den Umgang mit Spannungen und Krisen in der therapeutischen Beziehung zu vermitteln.

Zielgruppe

Der Vortrag ist sowohl für erfahrene Kollegen als auch für Berufsanfänger geeignet.