Was wird eigentlich in der Expositionstherapie gelernt?


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    Uhr
  • Kategorie

    Vortrag
  • ReferentIn

    Prof. Dr. Alfons Hamm

    Psychologischer Psychotherapeut, Professor für Physiologische und Klinische Psychologie/Psychotherapie an der Universität Greifswald


Neben der Gewöhnung an das Furcht auslösende Objekt in Folge der wiederholten Auseinandersetzung wird das Extinktionslernen als ein weiterer zentraler Wirkmechanismus der Expositionsbehandlung angesehen.

In dem Vortrag werden die zentralen lerntheoretischen Grundlagen erläutert und ein Modell präsentiert, welches die den Erwerb, die Konsolidierung und den Abruf des Extinktionsgedächtnisses beschreibt. Dieses Gedächtnismodell der Extinktion liefert die Grundlage für die Diskussion der aktuellen neurowissenschaftlichen Erkenntnisse zum Extinktionslernen. Durch diese Befunde im Tier- aber auch im Humanbereich ist es gelungen die neuronalen Schaltkreise der Extinktion relativ gut zu beschreiben. Dieses integrative Modell bildet den Ausgangspunkt für die Optimierung der Extinktion in der Expositionstherapie. Es werden zwei Kasuistiken präsentiert, welche die Praxis der Expositionsübungen und die dabei einsetzenden Lernprozesse genauer veranschaulichen.

Den Abschluss bilden zwei Kasuistiken, in denen Optimierungsstrategien nochmals am Beispiel der Behandlung einer Patientin mit Emetophobie und einer Patienting mit Panikstörung und Agoraphobie für die Praxis verdeutlicht werden. Hierbei wird auch nochmals auf die kognitiven Lernprozesse und die Veränderung der zentralen Befürchtungen eingegangen.