„Co-Therapeutin auf vier Pfoten“ – Integration einer Hündin in die psychotherapeutische Praxis


  • Datum

  • Uhrzeit

    Uhr
  • Kategorie

    Workshop
  • ReferentIn

    Dr. Ute Schlömer

    Psychologische Psychotherapeutin, Potsdam

  • Maximale Teilnehmerzahl

    30

Dieser Workshop befasst sich mit Gedanken zur Motivation, Auswahl der Hündin sowie deren Sozialisation und Erziehung für eine erfolgreiche Integration in die Praxis.

Seit Sommer 2000 arbeite ich als niedergelassene psychologische Psychotherapeutin in meiner tiefenpsychologisch fundierten Praxis in Potsdam. Etwa zwei Drittel der Patienten, die ich behandele, sind durch eine lebensbedrohliche Erkrankung oder körperliche und psychische Gewalt traumatisiert. Ein Drittel sind Patienten, die unter Depressionen, Ängsten und/oder psychosomatischen Störungen leiden. Im Dezember 2014 begann ich, einen damals drei Monate alten Labradorwelpen namens Alma in meine Praxis und in die Arbeit mit meinen Patienten zu integrieren.

Im Workshop geht es um die konkreten Erfahrungen im therapeutischen Setting: Therapeutin/Hündin – Patienten. Alma diente den Patienten als beruhigendes „Entspannungsvorbild“. Sie half Patienten bei der Überwindung von Erwartungsängsten, unterstützte Patienten darin, ihre Bedürfnisse zu äußern und half beim Aufspüren verborgener Verzweiflung. Die Patienten übten mit Almas Unterstützung „Nein-Sagen“ und setzten sich mit ihrer Überanpassung sowie mit überzogenen Ansprüchen an sich selbst auseinander. Patienten fanden Trost durch Almas emotionale Anteilnahme und erlebten sie als „Stimmungsaufheller“ oder als „Beistand in schweren Stunden“. Einige Patienten kommunizierten direkt mit der Hündin und ließen die Therapeutin so Dinge wissen, die sie ihr nicht direkt sagen konnten oder wollten. Auch mögliche Kontraindikationen werden reflektiert.

Ein weiterer Schwerpunkt dieses Workshops beschäftigt sich mit dem Einfluss der Hündin auf die Therapeutin. So ist die Hündin in der Lage, die Therapeutin „abzubremsen“, wenn sie sich im Gespräch mit Patienten sich zu sehr echauffiert. Alma hilft bei der Abgrenzung, ist ein Bollwerk gegen Überarbeitung. Als sehr bewegungsfreudiger Hund ist sie „Sportkameradin bei Wind und Wetter“ und „Begleiterin in der Stille“. Im Alltag spiegelt Alma die Stimmungen der Therapeutin wider, bevor sie sich dieser selbst bewusst wird.

Zielgruppe

Der Workshop wendet sich an Therapeuten, die aufgeschlossen sind, neue Pfade zu betreten und zu erforschen, die der Gesundung der Patienten dienen können.