Bedingungen der Entwicklung der kindlichen Psyche


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  • Kategorie

    Workshop
  • ReferentIn

    Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth

    Neurobiologe, Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen


Die psychische Entwicklung des Kleinkindes wird bestimmt von folgenden drei Faktoren, nämlich (1) genetischen und epigenetischen, d.h. gen-regulierenden Faktoren, (2) vorgeburtlichen Einflüsse durch Körper und Gehirn der werdenden Mutter, (3) früh-nachgeburtlichen prägende Erlebnissen. Diese Faktoren wirken nachhaltig auf die Ausbildung des Stressverarbeitungs-, Selbstberuhigungs- und Bindungssystems ein. Eine positive Ausprägung der drei Faktoren, insbesondere eine sichere Bindung an die primäre(n) Bezugsperson(en) bildet einen starken Schutz („Resilienz“) gegenüber späteren negativen Erfahrungen und Einflüssen. Umgekehrt kann das Gehirn einer traumatisierten werdenden Mutter einen schädigenden Einfluss auf das Gehirn des ungeborenen Kindes ausüben ebenso wie früh-nachgeburtliche negative Erfahrungen wie Misshandlung, Vernachlässigung und Missbrauch. Diese stellen für die weitere Entwicklung eine starke Belastung („Vulnerabilität“) dar. Solche negativen Einflüsse können unter Umständen sogar im Erbgut verankert werden.

Literatur

G. Roth, N. Strüber: Wie das Gehirn die Seele macht. Klett-Cotta, Stuttgart 2014.


Workshop: Die Entwicklung der kindlichen Psyche